Trauermücken bei Zimmerfarnen bekämpfen ohne Umtopfen

· von Lena Braun · 4 Min. Lesezeit

Trauermücken bei Zimmerfarnen bekämpfen ohne Umtopfen

Kleine schwarze Fliegen, die auffliegen, sobald Sie die Erde Ihres Farns auch nur berühren? Das sind mit ziemlicher Sicherheit Trauermücken. Die gute Nachricht vorweg: Ein Umtopfen ist dafür nicht nötig. Mit der richtigen Kombination aus trockener Erdoberfläche, gelben Klebefallen, einer dünnen Sandschicht und bei Bedarf einer biologischen Behandlung mit Bacillus thuringiensis israelensis (BTI) bekommen Sie das Problem in der Regel innerhalb von zwei bis vier Wochen wieder unter Kontrolle.

Warum Trauermücken Farne so lieben

Farne wollen dauerhaft feuchte Erde, und genau das ist das Milieu, in dem Trauermücken (auch Pilzmücken genannt) am liebsten ihre Eier ablegen. Die ausgewachsenen Fliegen selbst richten keinen Schaden an, aber ihre Larven sitzen in den obersten 5 cm der Erde und knabbern an Wurzelhärchen, organischem Material und Pilzen. Bei einem stärkeren Befall leiden vor allem junge Wurzeln darunter, und das zeigt sich dann an welkenden Wedeln oder einem Wachstum, das einfach stehen bleibt.

Woran erkennt man einen Befall?

Schritt-für-Schritt: Bekämpfung ohne Umtopfen

1. Erdoberfläche austrocknen lassen

Das ist der eigentliche Kern der ganzen Sache: Lassen Sie die obersten 2-3 cm Erde zwischen zwei Gießvorgängen komplett austrocknen. Trauermückenlarven brauchen Feuchtigkeit zum Überleben, und ohne sie sterben Eier und junge Larven schlicht ab. Farne stecken kurze Trockenphasen an der Oberfläche übrigens deutlich besser weg, als man denkt, solange die tieferen Wurzelbereiche nicht ebenfalls austrocknen.

2. Gelbe Klebefallen einsetzen

Gelbe Klebefallen, wie man sie auch aus dem Gemüsebeet kennt, locken die erwachsenen Fliegen an und drücken die Population, bevor überhaupt neue Eier gelegt werden können.

3. Eine Schicht Sand oder Zimt auftragen

Eine gut 1 cm dicke Schicht aus grobem Sand, feinem Kies oder Quarzsand auf der Erde nimmt den Fliegen den geeigneten feuchten Untergrund zur Eiablage. Wer es lieber ohne Sand mag: Eine dünne Schicht Zimtpulver wirkt fungizid und bremst genau die Pilze aus, von denen sich die Larven ernähren.

4. BTI (Bacillus thuringiensis israelensis) anwenden

BTI ist ein biologisches Bakterienpräparat, das gezielt Mückenlarven abtötet, für Menschen, Haustiere und die Pflanze selbst aber völlig unbedenklich ist. Es gibt es als Granulat oder flüssiges Konzentrat, bekannt zum Beispiel unter dem Namen “Mosquito Bits”, das in Wasser eingeweicht wird.

5. Kartoffelscheiben als Kontrollmethode

Legen Sie ein paar kleine, rohe Kartoffelscheiben auf die Erdoberfläche. Die Larven wandern nachts hinein, um sich daran zu bedienen. Nach 1-2 Tagen die Scheiben abnehmen und entsorgen, so sehen Sie ganz nebenbei, ob der Befall tatsächlich zurückgeht.

Was Sie vermeiden sollten

Wann ist Umtopfen doch sinnvoll?

Erst wenn die Erde stark verdichtet ist, muffig oder modrig riecht, oder wenn der Befall trotz wochenlanger Behandlung immer wieder auftaucht, lohnt sich der Gedanke an einen Erdaustausch. In den allermeisten Fällen reicht aber die Kombination aus Austrocknung, Klebefallen und BTI völlig aus.

Fazit

Trauermücken am Zimmerfarn sind nervig, keine Frage, aber gut zu beherrschen, ganz ohne das Risiko und den Aufwand eines Umtopfens. Der Trick liegt darin, die Erdoberfläche zwischen den Gießgängen trocknen zu lassen, die erwachsenen Fliegen mit gelben Klebefallen abzufangen und die Larven mit BTI gezielt zu bekämpfen. Mit ein bisschen Geduld ist Ihr Farn nach wenigen Wochen wieder frei von der Plage, und bleibt es auch, solange Sie Ihr Gießverhalten dauerhaft anpassen.

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